Am 20. Januar 1961 fasste der Rat der Gemeinde den Beschluss eine zweizügige Realschule für Jungen und Mädchen einzurichten. Das Gelände wurde am 24. Februar 1961 gefunden und so konnte mit dem Neubau begonnen werden. 1 Jahr und 2 Monate später wurde der Unterricht mit der Klassen 1a und 1b gestartet.
In der Klasse 1a waren 23 Mädchen und 20 Jungen. Der Klassenlehrer hieß Herr Realschullehrer Krüger, der gleichzeitig Schulleiter wurde. In der Klasse 1b waren 20 Mädchen und 22 Jungen. Die Klassenlehrerin hieß Frau Realschullehrerin Gundlach.
Am 26. Juni 1964 wurde das Richtfest gefeiert. Die Schule umfasste am 26. Juni 3 Jahrgangsstufen mit 6 Klassen. Insgesamt besuchten 246 Schülerinnen und Schüler die Realschule. Das Kollegium umfasste nun 11 Lehrer. Nach 3 jähriger Gastfreundschaft verabschiedete die Alber-Schweitzer-Schule I/II das Kollegium.
Die Realschule zog am 26.April 1965 endlich in das neu gebaute Gebäude ein. Diesmal war die Realschule Gastgeber und zwar für das staatliche Gymnasium. Das Gymnasium zog am Anfang zuerst mit 1 Klasse und dann im folgenden Schuljahr mit 3 Klassen ins Realschulgebäude. 2 Monate später, also am 1.August 1965 wurde das erste bundeseinheitliche Schuljahr festgelegt. Am 1.Dezember 1966 konnte die Freiherr-vom-Stein-Realschule bereits den 6 Jahrgang aufnehmen. Zu dem Zeitpunkt umfasste die Schule 13 Klassen (480 Schüler) und 16 Lehrer. Dann am 15.Juli 1967 wurden die ersten Absolventen entlassen. Das wurde natürlich groß gefeiert, durch einen „fröhlichen“ Umzug durch die Stadt und später eine förmliche Abschlussfeier. 1970/71 umfasste die Freiherr-vom-Stein-Realschule 17 Klassen (554 Schüler) und 14 Vollzeitlehrkräfte und 4 Teilzeitlehrkräfte.
Der Traum von einem Schulgebäude, das nach modernsten Gesichtspunkten konzipiert wurde und alle Möglichkeiten modernsten Unterrichts zulässt, war allerdings bald ausgeträumt. Die Zweizügigkeit der Schule war ein Auslaufmodell und die dritte Eingangsklasse wurde eingerichtet. Einige Fachräume mussten zu Klassenräumen umfunktioniert werden. Wanderklassen wurden „Erschaffen“. Andere Klassen mussten in das Gebäude der Harkort- und Nordbergschule umgelagert werden. Der Lehrermangel war katastrophal: 5-8 Planstellen waren unbesetzt, besonders im Bereich der naturwissenschaftlichen Fächern.
Diese schwierige Zeit wurde durch mehrmaligen Wechsel in der Schulleitung weiter erschwert. Am 1.September 1969 verließ Herr RD (Realschuldirektor) Krüger die Freiherr-vom-Stein-Realschule , Herr DStV (Stellvertretender Direktor) Theo Eimer übernahm am 18. April 1970 die Schulleitung. Nur 6 Tage später verstarb Theo Eimer am 24.4.1970. Da die Stelle des DStV noch nicht wieder besetzt war, wurde dem dienstältesten Lehrer Herrn Kümper am 26.10.1970 die Aufgabe des Realschuldirektors übertragen. Die Stelle des Stellvertreters wurde am 1.12.1970 wieder besetzt. Frau Marion Meiß wurde zur DStVin ernannt. Frau Marion Meiß war vom 1.12.1970 bis zum 1.12.1974 die stellvertretende Direktorin der Freiherr-vom-Stein-Realschule.
1974 bietet die Freiherr-vom-Stein-Realschule erstmalig den Klassen 9. und 10. einen differenzierten Unterricht an, der aber erst zum Schuljahr 1975/76 für die Realschulen in NRW allgemein verbindlich werden sollten. Dieses differenzierte Unterrichtsangebot , hauptsächlich in den fremdsprachlichen, mathematisch-naturwissenschaftlichen und sozialkundlichen Fächern, sollte jedem Schüler die Möglichkeit einräumen, seinen individuellen Neigungen, Fähigkeiten und Lernbedürfnissen entsprechend selbstverantwortlich seinen weiteren Bildungsweg in der Realschule zu bestimmen. In den 7. und 8. Klassen wurde parallel eine Vordifferenzierung eingeführt, damit die Schüler auf dieser Stufe alle späteren Differenzierungsangebote kennen lernen konnten.
Mit den Jahren wurde den Stadtvätern mehr und mehr bewusst, dass die ehemals als 2-zügig geplante Freiherr-vom-Stein-Realschule aus allen Nähten platzte. Sie lag im Trend der Zeit: wie im gesamten Bundesgebiet war der Schüleranteil von ca. 17 auf 28% gestiegen. Durch zusätzlichen Klassenraum in neu aufgestellten Pavillons (4 Klassenräume und Toiletten) wurde 1978 die räumliche Enge erleichtert, letztlich aber nicht ganz beseitigt.
Am 1. Februar 1975 wurde der neue Konrektor Herr Arthur Dormann aus Unna in sein Amt eingeführt, der jedoch nach 5 Jahren zur Realschule II in Unna wechselte.
Kurz darauf wurde Herr Albrecht Piske Konrektor.
Noch im gleichen Jahr ging der Herr RD Heinz Kümper nach 17 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand.
Mit dem Schuljahr 1980/81 wurde Herr Joachim Hahne der neue Schulleiter.
Schon bei der Einrichtung eines Sprachlabors im Jahre 1968, als Befürworter neuer Unterrichtsmedien engagiert, gab der neue Schulleiter 1981 den Startschuss für den Einsatz des nunmehr neuen Unterrichtsmediums, den Computer.
Ein weiteres Novum präsentierte 1980 die Freiherr-vom-Stein-Realschule als Frau RLn Doris Reeske an die Schule kam. Sie war eine Lehrerin mit Beratungsfunktion.
1982 war die Schule gezwungen,mehr Klassenräume zur Verfügung zu stellen.
Dies kam durch die konstant große Schüleranzahl.Die Stadtverwaltung lies sich recht schnell überzeugen,sodass 1983/84 sich die Schüler auf einen sehr schönen erneuerten Klassenraum freuen konnten.
In dem selben Jahr hatte die Bauverwaltung dem Hinweis der Schule, die längst fällige Sanierung der baulichen Substanz zugestimmt und fortsetzen lassen.
Die Lehrer hatten ziemliche Probleme zwar mit dem Umbau durch den Lärm, aber nachher waren sie doch sehr zufrieden mit dem
Ergebnis.
Im Schuljahr 1984/85 wurde der Innenhof zu einem Feuchtbiotop umgebaut.
Die Schüler und Lehrer waren mit sehr viel Engagement dabei.
1986/87 setzte sich die Öffentlichkeit mit der Errichtung einer Gesamtschule auseinander.
Es wurde eine Umfrage der Eltern durchgeführt. Die, ergab den eindeutigen mehrheitlichen Wunsch nach einer Errichtung einer
Gesamtschule. Da, aber die Schule dagegen war fanden sie für alle eine passende Lösung:
Das Kernstück der künftigen Gesamtschule das augenblickliche Gebäude der Freiherr-vom-Stein-Realschule werden, unsere
Realschule, jedoch wird ihren neuen Standort nach und nach -und ab 1992 entgültig- im Gebäude der auslaufenden
Nordbergschule einnehmen.