www.Freiherr-vom-Stein-RS.de - Eine Realschule in Bergkamen (NRW)

Hula-Hoop

Fünftklässler der Freiherr-vom-Stein-Realschule legten ihre Abschlussprüfung im "Sozialen Lernen" ab. Bei Beschimpfungen gab's Punktabzug für die Gruppe. Bergkamen. Ihre "Abschlussprüfung" in sozialem Lernen legten gestern die Schüler des fünften Jahrgangs der Freiherr-vom-Stein-Realschule ab. Dabei mussten die Kinder in sieben Disziplinen nicht nur ihre Geschicklichkeit und Schnelligkeit, sondern vor allem ihre sozialen Fähigkeiten beweisen. "Die Schüler sollen im Klassenverband zeigen, wie gut sie miteinander arbeiten. Wenn die Kinder sich gegenseitig anschreien oder beleidigen gibt es Punktabzüge", erklärte Karl-Hermann Dittrich. Zusammen mit zwei anderen Lehrern hatte er ein halbes Jahr lang zwei Wochenstunden, "soziales Lernen" unterrichtet. Nach den guten Erfahrungen im vergangenen Jahr ist bereits der zweite Jahrgang, der mit diesen neuen Unterrichtsinhalten konfrontiert wierd:"Im vergangenen Jahr haben nur zwei von fünf Klassen teilgenommen. Und obwohl viele Lehrer nicht wussten, welche Klassen das waren, habe sie genau diesen beiden Klassen ein deutlich besseres Sozialverhalten bescheinigt", so Dittrich. Diesmal nahmen alle drei Klassen des Jahrgangs teil und legten sich mächtig ins Zeug. Natürlich waren die aufgaben so gestellt, dass sie nur gemeinsam gelöst werden konnten. So mussten die Schüler möglich schnell einen Kreis in Reihenfolge ihrer Geburtstage bilden, sich mit 28 Leuten auf sieben Stühle zwängen oder einen Hula-Hoop-Reifen durch das Schülerrund kreisen lassen, ohne sich dabei an den Händen los zu lassen. "Die Aufgaben verlangen, dass alle an einem Strang ziehen. Dadurch wird der Klassenzusammenhalt gestärkt. Das ist in der fünften Klasse, wo Kinder aus verschiedenen Grundschulen zusammen kommen, besonders wichtig. Außerdem sollen Berührungs- ängste zwischen Jungen und Mädchen abgebaut werden", erklärt Brigitte Völckers, Klassenlehrerin der 5c. Bei der Wasserkette zeigte sich was sie meinte: "Iih guck mal die küssen sich ja". Die Schülerinnen und Schüler mussten mit Plastikbechern zwischen den Zähnen Wasser weiterreichen, ohne die Hände zu benutzen. Da kamen sich manche näher als ihnen lieb war. Am Ende wurde auch Schulleiterin Eva-Maria Mikat mit eingebunden. Sie musste mit verbundenen Augen und einer Wasser- pistole einen Piratenschatz bewachen. Auf leisen Sohlen versuchten die Schüler, ohne vom Wasser getroffen zu werden, den Schatz aus Schokoriegeln zu klauen. Bei der Siegerehrung durften zwei Klassen jubeln: Die 5a und die 5b hatten die meisten Punkte. Knapp dahinter landete die Klasse 5c auf Platz zwei. Über den Preis werden sich die Siegerklassen sich bestimmt freuen: Ein Tag ohne Hausaufgaben.